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7:1! Deutschland schockt Gastgeber Brasilien

Sonderbericht nach der Halbfinalbegegnung Brasiliens gegen Deutschland bei der WM 2014

Wer das Halbfinale am späten Dienstagabend nicht gesehen hat, dem wird es schwer fallen, diesen Artikel hier nicht sarkastisch bzw. satirisch zu betrachten. Deswegen sage ich schon einmal vorab – nein, es ist kein Traum – Deutschland hat Brasilien mit 7:1 aus dem Turnier geworfen, in ihrer eigenen Heimat, vor ihrem eigenen Publikum, mit Sieben zu Eins, um diese unfassbare Sache auch einmal in Worten auszudrücken.



Wer denkt, dass ein Match ohnehin erst in der 2. Halbzeit spannend wird und somit gestern ebenfalls die erste ausgelassen hat, der ist selbst Schuld. Denn was sich gestern zwischen der 11. und der 29. Minute abgespielt hat, das ist nur schwer vorstellbar. Nur die, die es wirklich live erlebt haben, können von diesem berauschenden Gefühl sprechen – mein Beileid für die, die das nicht von sich sagen können. Es war der Fußball, den man nicht nur als Deutschland-Fan gerne sehen würde sondern auch als objektiver Fußballfreund oder Fußball-Laie. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass auch Fußball-„Hater“ gestern genau hingesehen haben. Das Spiel wurde in der ersten halben Stunde entschieden und da sehen wir nochmal genauer hin: Brasilien beginnt wie bei fast jedem Spiel, stürmend nach vorne zu sprinten – man hatte das Gefühl die Südamerikaner wollten bereits in den ersten 10 Minuten ihren Fans zeigen, dass sie ihrem Gegner auch ohne Neymar und Thiago Silva überlegen sind.

Der erfahrene Trainer Scolari, der 2002 mit Brasilien den Titel holte und im Finale Deutschland bezwang, hatte wohl in dieser frühen Phase des Spiels nichts dagegen, dass seine Mannschaft wieder einmal mit dem Kopf durch die Wand wollte. Sogar der Innenverteidiger David Luiz hielt es nach ein paar Minuten hinten nicht mehr aus und fand sich oft tief in der deutschen Hälfte. Anscheinend hatten sie an diesem Abend alle vergessen, dass der Gegner Deutschland war, ein Team, das kaltschnäuzig, effizient, effektiv und kompromisslos ist. Das Tor von Thomas Müller nach einem Eckball in der 11. Minute eröffnete die vielleicht schönsten 20 Minuten des deutschen Fußballs.

Diese 20 Minuten zeigen eine Art Fußball, die ja schon außerirdisch wirkte. Mit kreativsten Kombinationen, Zweikampf– und Abschlussstärke überrannte Deutschland den Gastgeber und führte nach 29. Minuten mit sage und schreibe 5:0 durch Tore von Kroos, Khedira und Klose, der somit auch mit seinen 16 WM-Toren den Brasilianer Ronaldo überholte und alleiniger Rekord-Torschütze ist; ein weiterer Grund, weshalb es der wohl schlimmste Abend in der Geschichte des brasilianischen Fußballs war. Die gesamte Elf von Deutschland hat sich eigentlich die Note 1 verdient, doch wir müssen an dieser Stelle einen ganz besonders hervorheben: Toni Kroos. Was dieser intelligente Spieler gestern auf den Rasen zauberte, war atemberaubend und nicht zu glauben.




Bayern könnte jetzt eigentlich locker nochmal eine um 10 Millionen Euro höhere Ablösesumme von Real verlangen und die Königlichen dürften sich nicht beschweren. Es war eine Demonstration seiner Klasse, Kreativität und Schussstärke. Er schien der kompletteste Spieler auf der Welt zu sein. Natürlich muss man an dieser Stelle sagen, dass Brasilien nach dem 0:2 das Fußballspielen einstellte – so sehr stand das Team unter Schock. Doch die deutsche Mannschaft war der Grund für diese Tatsache. Und es war wieder einmal typisch deutsch – auch nach dem 0:3 nahm die Mannschaft nicht das Tempo raus, sie wollte mehr, sie wollte Brasilien auseinandernehmen - und tat das auch. Es war ein Abend, an dem bei Brasilien absolut nichts zusammenlief und bei Deutschland eigentlich alles, ja man könnte sogar sagen, dass noch ein, zwei Tore mehr drin gewesen wären.

Nach diesem Halbfinale denkt niemand mehr, dass Holland oder Argentinien das deutsche Team auf dem Weg zum Titel noch stoppen kann. Auch die ärgsten Kritiker der Nationalmannschaft sind jetzt wohl absolute „Schland“-Fans. Die „Fans“ und Journalisten, die nach dem Algerien-Spiel Trainer Löw am liebsten wieder nach Deutschland schicken wollten, da er ja keine Ahnung bei der Mannschaftsaufstellung habe und seine Fußball-Philosophie ohnehin schon lange erfolgslos sei, werden jetzt wieder das Gegenteil behaupten. Fakt ist: Jogi Löw hat es mit seiner Mannschaft bisher jedes Mal geschafft unter die besten 4 zu kommen und diesmal habe ich das Gefühl, dass es soweit ist. Denn nicht nur das Team, sondern besonders er hat es verdient.

Es war ein Abend, an den man sich auch in 50 Jahren erinnern wird, die Spieler haben eine Nation in Ekstase versetzt und möchten nun auch den langersehnten Titel holen. Brasilien steht unter Schock, weil die Deutschland-Party unendlich scheint. Nur noch der Sieg am Sonntag könnte alles toppen, wir können nur hoffen, doch wirklich Grund zur Sorge gibt es nicht, bei dieser Leistung und diesem Team. Der vierte Stern muss über den Adler her.

 
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